Die Geschichte des Roulette

Über die Geschichte des beliebtesten aller klassischen Casinospiele ist schon viel geschrieben worden und oft findet man noch viele Unwahrheiten und Mythen im Internet. Auf dieser Seite versuche ich daher mit einer umfassenden Recherche ein wenig Klarheit in diese Sache zu bringen und so weit wie möglich ins Details zu gehen. Dabei gliedere ich die geschichtliche Entwicklung in die Entstehung des Spiels, die Verbreitung in Europa und weltweit sowie die Entwicklung der Spiele in der Neuzeit, speziell das Thema Online Spiele.

Die Entstehung des Roulette Spiels

Hierbei gibt es die meisten unwahren Fakten, was auch dem Umstand geschuldet ist, dass es keine klaren geschichtlichen Aufzeichnungen darüber gibt, wo, wann und von wem das Roulette erfunden wurde. Oft liest man auf anderen Internetseiten, das der Franzose Blair Pascal dieses Spiel in seiner Forschung zur Wahrscheinlichkeitsrechnung erfunden hat. Der berühmte Physiker und Mathematiker hat sich tatsächlich stark mit Wahrscheinlichkeiten beschäftigt, mit dem Glücksspiel hatte das aber nichts zu tun. Das ihm die Erfindung dieses Spiels angedichtet wird, liegt wohl daran, dass er zu seiner Zeit die wissenschaftliche Abhandlungen „Histoire de la roulette“ und „Suite de l’histoire de la roulette“ geschrieben hat. Diese haben aber nichts mit dem Glücksspiel zu tun, sondern behandeln die auch Roulette genannten Zykloide (zyklische Radlauf/Rollkurven).

Fakten und Wissenswertes aus der Geschichte des Roulettes

Nach dem heutigen Stand der Forschung ist das Spiel am wahrscheinlichsten im 17. Jahrhundert in Italien entstanden, wobei das Spiel stark vom „Glücksrad“ inspiriert scheint, einem Drehrad mit 54 von Metallstiften getrennten Feldern mit unterschiedlichen Auszahlungsraten. Das Spiel ist nicht wie ebenfalls oft behauptet mit nur einer Null entstanden und später ist die Doppelnull hinzugefügt worden – das Spiel wurde von Anfang an mit 38 Zahlen gespielt. In diversen Lexika und Enzyklopädien wurde bis ins 19. Jahrhundert immer vom großen Roulette mit 38 Zahlen gesprochen, während das kleine Roulette (Boule oder auch deutsches Roulette) nur 18 Fächer im Kessel hatte.

Die Verbreitung und Entwicklung

Zuerst einmal kam aber das Roulette sehr früh (noch im 18. Jahrhundert) nach Frankreich. Dort gab es nun mehrere Phasen der Verbote sowie der Renaissance von Glücksspielen. Zuerst versuchte König Ludwig XV. das Spiel zu verbieten, später erlaubte 1806 Napoleon Bonaparte das Glücksspiel in Spielhäusern des Pariser Palais Royal, bis es durch Philippe im Jahre 1837 wieder verboten wurde. Das Spielverbot in Frankreich führte dazu, dass in anderen Nationen das Glücksspiel regelrecht boomte. Nach 1837 kam die Glanzzeit der großen deutschen Spielbanken in Wiesbaden, Bad Homburg oder Baden-Baden. Nachdem diese sich zunehmenden Konkurrenzdruck aus ganz Europa ausgesetzt sahen, entschied sich 1841 François Blanc in der Spielbank Bad Homburg auf die Doppelnull zu verzichten und somit die Spieler mit besseren Gewinnchancen zu locken. Das funktionierte nur kurzfristig, denn alle anderen europäischen Spielbanken übernahmen diese Regeländerung sehr schnell. So wurde die Variante mit nur einer Null Europäisches Roulette genannt.

Das Spiel verbreitete sich auch in Amerika recht schnell. Dort wurde es Anfang des 19. Jahrhunderts von Europäischen Einwanderern nach New Orleans Louisiana mitgebracht. Zuerst verbreitete es sich entlang des Mississippi, wo es vor Allem auf den Dampfern gespielt wurde. Später verbreitete es sich während des Goldrausches Richtung Westen, wo es wegen der Abwechslung zu den verbreiteten Kartenspielen geschätzt wurde. In Amerika gab es nicht die Konkurrenzsituation wie in Europa, so dass das Spiel in seiner Grundvariante mit 38 Zahlen bestehen blieb – später wurde es dann zur Abgrenzung zum in Europa verbreiteten Spiel „Amerikanisches Roulette“ genannt. Die Doppelnull entstand nicht wie oft behauptet, weil amerikanischen Spielbanken-Betreibern der Hausvorteil nicht hoch genug war. Dieser ist beim in Amerika noch beliebteren Blackjack nämlich noch kleiner als beim Europäischen Spiel.

Das Spiel mit nur einer Null wurde zuerst in Bad Homburg gespielt

Das Spiel im Internet verändert alles

Nachdem sich im 19. Jahrhundert in Europa und Amerika die verschiedenen Spielvarianten etabliert hatten, folgten lediglich abwechselnde Phasen der Verbote und gesetzlicher Regulierungen. Bis zum Boom des Internets in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich aber am Spiel selbst nichts verändert. Als aber das Internet die Heim-PC´s erreicht hatte und die ersten Online Casinos Roulette anboten, kam es zu einer Welle von Neu-Erfindungen dieses Spiels. Durch die Freiheiten der reinen Software-Spiele konnte man ganz ausgefallene Spielversionen umsetzen wie zum Beispiel ein Pinball, Card, Multi-Wheel oder ein Mini Roulette.

Die letzte große Veränderung der Online Spiele war die Einführung der Live Casinos, in denen man auch Online an echten Tischen spielen kann, die von echten Croupiers professionell geleitet werden. Als eines der ersten Live Spiele war natürlich auch Roulette in der Europäischen Variante vertreten. Weitere Entwicklungen gab es lediglich in der Präsentation des Spiels wie zum Beispiel dem Immersive Roulette mit vielen Kamerawinkeln und Slow Motion Replay. Weiterhin sind diese Casinospiele auch auf dem Handy spielbar, allerdings gibt es dort noch keine weiteren Innovationen.

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